Fuss

Fuss

 

Allgemeine Hinweise

Allgemein

Gesunde Füße sind entscheidend für unsere Mobilität und unser Wohlbefinden. Fußschmerzen gehören jedoch zu den häufigsten orthopädischen Erkrankungen. Das Bestreben der Spezialisten in der Swissklinik ist es, den Patienten diese Mobilität wieder zu geben und zu erhalten. Dabei ist die differenzierte Diagnostik und Therapie der Fußerkrankungen von großer Bedeutung, um optimales Behandlungsergebnis zu erreichen. Ursachen von Schmerzen können Erkrankungen und Verletzungen wie beispielsweise ein Knorpelschaden des Sprunggelenks oder eine Arthrose des oberen Sprunggelenks (OSG) sowie eine Sprunggelenkinstabilität sein. Zu den Fachgebieten der Swissklinik zählen unter anderem die Arthroskopische Sprunggelenkoperation, die Behandlung von Erkrankungen und Verletzungen von Vorfuss, Hallux, Valgus, Hammerzehen, die Operative Behandlung der Knorpelschäden sowie die Knorpel-Knochen-Transplantation am Sprunggelenk.

Allgemein

Der Fuss ist ein Hochleistungsmultifunktionsorgan des Menschen. Er ist ein Universalgelenk zwischen unserem Körper und dem Boden, auf dem wir stehen. Auf ihm können wir laufen, springen, die Richtung ändern, beschleunigen und abbremsen. Im Schnitt legen wir im Laufe unseres Lebens ungefähr 100’000 km auf unseren Füssen zurück. Der Fuss ist aber auch ein Sinnesorgan, mit dem wir fühlen, was wir brauchen, damit wir stabil stehen und gehen können, ohne dabei umzuknicken oder umzufallen.

Der Fuss besteht, abgesehen von kleinen akzessorischen Sesambeinchen, aus 26 Knochen und hat 33 Gelenke, die durch über 100 Sehnen und Bänder zusammengehalten, stabilisiert und bewegt werden. Durchschnittlich macht ein aktiver Mensch aus einem Industrieland wie der Schweiz ungefähr 3’500’000 Schritte pro Jahr. Bei jedem einzelnen Schritt wird der Fuss kurz mit ungefähr dem Zweieinhalbfachen des eigenen Körpergewichts belastet. Das bedeutet, dass beispielsweise die Füsse eines 70 kg wiegenden Menschen ca. 612’500 Tonnen pro Jahr tragen. Das entspricht mehr als 510’000 Kleinwagen.

Nur 10 kg Übergewicht würden für Ihren Fuss eine zusätzliche Last von 87’500 Tonnen pro Jahr bedeuten.

Daher führen Verletzungen, Fehl- oder Überbelastung bei Sport, Arbeit oder im Alltag, aber auch angeborene Fehlstellungen und Deformitäten zu schmerzhaften Beeinträchtigungen des Fusses bis hin zur Immobilität, was sich auch auf andere Bereiche des menschlichen Körpers auswirken kann.

Anatomie

Der Fuss kann in den Rückfuss, Mittelfuss und Vorfuss eingeteilt werden. Der hinterste Anteil bildet die Ferse. Zum Boden orientiert sich die Fusssohle (Planta pedis) und nach oben der Fussrücken (Dorsum pedis). Der Fuss hat zwei Fussgewölbe, ein Längsgewölbe entlang des Fussinnenrandes und ein Quergewölbe entlang des Fussballens. Die Existenz und Funktion des Quergewölbes wird aber in letzter Zeit zunehmend diskutiert und in Frage gestellt. Das Längsgewölbe hilft den Fuss zu stützen und dient als Hebel beim Gehen.

Auch wird das Körpergewicht in den einzelnen Gang- und Standphasen durch das Gewölbe optimal verteilt. Das Fussskelett wird dabei durch die an ihm ansetzenden Sehnen, Bänder und Muskeln so verspannt, dass die Knochen nicht plan auf dem Boden aufliegen, sondern eine Art Kuppel, eben das Fussgewölbe bilden.

Bei Kindern bis ca. 11–12 Jahre ist dieses Gewölbe noch nicht strukturiert. Daher ist es völlig normal, dass bei Kindern der Fuss noch einem Plattfuss ähnelt, ohne dass weitere therapeutische Massnahmen oder Schuheinlagen nötig werden.

Skelett des Sprunggelenks

Fuss:  Arthroskopische Sprunggelenkoperation

Allgemein

Die Entwicklung von speziellen Kleingelenkarthroskopen hat in den letzten 10 Jahren zu grossen Fortschritten und verbesserten Behandlungsmöglichkeiten in der Sprunggelenkarthroskopie beigetragen. Am Sprunggelenk gibt es unterschiedliche Arten von Sport- und Verschleisserkrankungen. Die Indikation zur Operation wird meist aufgrund von Schmerz, Schwellung, Bewegungseinschränkung, Instabilität, Einklemmungen oder Blut im Gelenk gestellt.

Hierbei sind Folgeschäden nach Verrenkungen mit Belastungsschmerzen, Instabilität oder Blockaden durch freie Gelenkkörper die häufigsten Ursachen. Auch Entzundungen der Gelenkschleimhaut (Synovialis), Verwachsungen und Vernarbungen mit Bewegungseinschränkung (Arthrofibrose) und Bewegungseinschränkungen als Folge von sich einklemmendem Weichteilgewebe lassen sich arthroskopisch gut behandeln.

Überstehende Knochenkanten (Osteophyten) an der Vorderseite des oberen Sprunggelenkes sind insbesondere bei Ballsportarten und beim Tanzen eine häufige Ursache von Schmerzen, Schwellung und Bewegungseinschränkung. Die arthroskopische Abtragung der Osteophyten ist in diesen Fällen eine erfolgversprechende und bewährte Behandlung.

Vor der Operation

Überlasten Sie Ihr Gelenk nicht unnötig, denn sonst ist auch die Genesungsphase nach der OP mühsamer. Trainieren Sie ggf. das Laufen mit Gehstützen. Verabreden Sie mit Ihrem Physiotherapeuten oder Masseur Behandlungstermine, beginnend 4–5 Tage nach der Operation.

Bei geplanter Narkose mindestens 6 Stunden zuvor nüchtern bleiben. Denken Sie daran, Aspirin o. Ä. (auch ASS 100) mindestens 1 Woche vorher abzusetzen.

Nach der Operation

In der Regel gilt: Den Fuss in den ersten Tagen nicht voll belasten und hochlagern. Das Gelenk mit trockenem Eisbeutel mehrmals für ca. 15 Min. kühlen. Bis zum Abschluss der Wundheilung (5–10 Tage) Entlastung oder Teilbelastung des Fusses mit Gehstützen. Regelmässige Mobilisation des Sprunggelenks. Entfernung der Fäden ist nach ca. 12–14 Tagen vorgesehen.

Unter physiotherapeutischer Anleitung erfolgt eine dosierte, später intensive Bewegungstherapie bis zur Normalisierung des Bewegungsumfanges.

Medikamente

Schmerz- und entzündungshemmende Tabletten (Diclofenac bzw. Paracetamol) wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Richtdosierung 3-mal 1 Tablette pro Tag für 7–14 Tage.

Antithrombose-Spritzen (z. B. Fragmin®) sollen zur Thromboseverhütung mindestens so lange verabreicht werden, wie Gehstützen zur Teilbelastung erforderlich sind. Sie werden jeweils 1-mal täglich wie gezeigt in die Bauchhaut injiziert.

Bild eines Sprunggelenks

Arthroskopisches Bild des oberen Sprunggelenk
(TI = Schienbein, T = Sprungbein)

2 Schema der arthroskopischen Sprunggelenkstabilisation

Fuss:  Knorpelschaden des Sprunggelenks

Unfallbedingter Knorpelschaden bei jüngeren Patienten

Meist durch Unfälle (Fussball, Handball usw.) mit Umknicktraumen kann ein Knorpelstück von 1 bis 2 cm Durchmesser aus der kompletten Knorpelschicht herausbrechen. Hier sind die umgebenden Ränder intakt und von normaler Höhe, der darunterliegende Knochen gesund und von guter Regenerationsfähigkeit. Dieser Schadenstyp spricht gut auf die nachfolgend erwähnten Behandlungsmethoden an.

Degenerativer Verschleiss

Ungünstiger verlaufen Knorpelschäden, welche im Laufe eines Lebens durch jahrelange monotone Belastung allein oder begünstigt durch Fehlstellungen des Rückfusses auftreten und nach anfänglicher Erweichung (Verschleiss-Stadium 1) zu einer Auffaserung der Knorpelgleitschicht führen (Verschleiss-Stadium 2). Im Stadium 2–3 ist die Knorpelschicht nur noch halb so dick und extrem ausgefranst, oder es liegen abgehobene, lockere Knorpelfetzen vor.

Dieser Zustand kann vom Organismus ohne fremde Hilfe nicht mehr repariert werden. Hier muss man bereits von einem schweren Knorpelschaden reden, wobei die Schmerzen aber noch erträglich sein können und deshalb vom Patienten noch nicht als entsprechendes Warnsignal gedeutet werden. Gerade aber in diesem frühen Stadium des ortschreitenden Gelenkverschleisses sind die Erfolgsaussichten der modernen Knorpelchirurgie am besten.

Im Endstadium 4 ist der Knorpel völlig zerrieben, das «Reifenprofil» ist komplett abgenutzt. In diesem Stadium sind leider auch heute noch die operativen Massnahmen zum Wiederaufbau des Knorpels nur eingeschränkt erfolgreich. Grundsätzlich gilt: Hat einmal der Knorpelschaden begonnen, so schreitet der Verschleiss zunehmend schneller fort, sodass ohne frühzeitig einsetzende Therapiemassnahmen nur noch mit künstlichen Gelenkprothesen eine Schmerzbefreiung erreicht werden kann.

verschleiss-stadium-3

Verschleiss-Stadium 3 mit Ausdünnung der Knorpelschicht

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Endstadium 4 mit völligem Aufbrauch des Knorpels

Fuss: operative behandlung der knörpelschäden

Allgemein

Sie richtet sich nach der Ursache und Schwere der Schadens. Mit Hilfe der Gelenkspiegelung (Arthroskopie) können wir nicht nur den Knorpelschaden sehen und diesen auch für spätere Dokumentation auf Video aufnehmen, sondern gleichzeitig auch den Schaden mit Mikroinstrumenten auf schonende Weise behandeln.

Gelenksäuberung (Debridement)

Dabei werden aufgefaserte Fransen mit einer Minifräse abgeschnitten und geglättet. Instabile Knorpelteile müssen entfernt werden, damit sie nicht noch weiter einreissen. Manchmal ist auch eine Teilentfernung der Gelenkinnenhaut (Synovektomie) sinnvoll.

Microfracture-Technik (nach Steadman)

Die operativen Anfänge der Knorpelanfrischung reichen in die 50er-Jahre zurück (Pridie-Bohrungen). Hierbei werden mehrere etwa 2 mm dicke Löcher in die freiliegende Knochenoberfläche gebohrt, sodass diese wie ein Sieb aussieht. Es entstehen «Regeneratinseln», aber nur in wenigen Fällen eine durchgehende Knorpelnarbe. Wir bevorzugen heute die weniger traumatisierende «Microfracture-Technik» von Steadman (Anfang der 90er-Jahre). Mit einem feinen Dorn wird die Knochenoberfläche angepiekt, haarfeine Risse und kleine Löcher entstehen, und die Knorpelnarbe wird fester und kann den gesamten geschädigten Bezirk wieder bedecken.

Stellen Sie sich das wie Grassamen auf festgetretenem und ausgetrocknetem Lehmboden vor: Ohne vorheriges Umgraben hätten die Samenkörner keine Chance zu wurzeln. Das Anpieken lockert den knöchernen Untergrund etwas auf und ermöglicht das Austreten von Knochenmarkstammzellen bzw. das Festsetzen von entwicklungsfähigen Zellen aus dem Blut. Anschliessend darf man für viele Wochen den jungen Rasen nicht betreten, sonst wird er gleich wieder zertrampelt. Deshalb muss das operierte Sprunggelenk eine Zeit lang an Gehstützen entlastet werden.

Abrasionsarthroplastik (nach L. L. Johnson)

Sollten bereits Teile des Knochens freiliegen (Stadium 4), kann man entweder nur die Gelenksäuberung und Glättung des Restknorpels durchführen und das Ausmass der Besserung abwarten oder man hilft dem Körper, diesen Knochenglatzen-Bezirk wieder mit knorpelähnlichem Narbengewebe auszufüllen. Die Ergebnisse können ebenso gut aussehen wie nach Microfracture. Dazu frischen wir die freiliegende extrem verhärtete Knochenoberfläche mit kleinen Fräsen etc. an. Da die Methoden des Microfracturings oder Debridements allenfalls palliativen Charakter aufweisen, sollte ein stabiler Knorpelrandwall um den Defekt und stabile Bandverhältnisse ohne Achsenfehlstellung vorausgesetzt werden. Nach unserer Ansicht sollte eine Defektgrösse von 10 mm nicht überschritten und möglichst geringer belastete Areale im antero-lateralen Talus mit diesen Techniken behandelt werden.

Bild der Microfracture-Technik

Microfracture-Technik nach Steadman mit Anfrischen des
Knochens, aus dem sich Ersatzknorpel entwickeln kann

Bild der Microfracture-Technik
Arthroskopische Abrasionsarthroplastik

Arthroskopische Abrasionsarthroplastik bei schwerer
Chondromalazie Stadium IV

Fuss: Knorpel-knochen-transplantation am sprunggelenk

Allgemein

Bei grösseren osteochondralen Läsionen des Sprunggelenks, welche in erster Linie postero-medial gelegen sind, führen die Methoden des Microfracture und der Abrasion in der Mehrheit zu mässigen und schlechten Resultaten. Obwohl noch keine längerfristigen Funktionsresultate über autologe Knorpel-Knochen-Transplantationen im Bereich des oberen Sprunggelenkes vorliegen, sind die kurz- und mittelfristigen Ergebnisse aller bisher veröffentlichen Studien exzellent (8, 9, 22). Sie bieten die Möglichkeit, hyalinen Gelenkknorpel direkt an die Stelle der Läsion zu bringen und ossäre Defekte aufzubauen. Durch Modifikation der zunächst von Hangody beschriebenen Technik, Verbesserung des Press-fit-Verhaltens sowie Verwendung grösserer Zylinder zur Rekonstruktion der Talusschultern lassen sich Defekte meist vollständig anatomisch wiederherstellen. Unsere eigenen international anerkannten Studien konnten die Überlegenheit des Verfahrens mit einer weitgehenden Beschwerde- und Funktionsfreiheit und guten bis exzellenten Resultaten in 93% bestens dokumentieren.

Kleine Knorpel-Knochen-Zylinder werden aus unbelasteten Zonen des Kniegelenkes gewonnen und in passend vorbereitete Aufnahmelöcher in der Defektzone des oberen Sprunggelenks eingestösselt. Die Methode ist jedoch technisch schwierig, besonders bei arthroskopischer Durchführung, und erfordert hohes operatives Geschick und Erfahrung.

Vor der Operation

Überlasten Sie Ihr Gelenk nicht unnötig, denn sonst ist auch die Genesungsphase nach der OP mühsamer. Verabreden Sie mit Ihrem Physiotherapeuten oder Masseur Behandlungstermine, beginnend 4–5 Tage nach der Operation. Bei geplanter Narkose mindestens 6 Stunden zuvor nüchtern bleiben. Denken Sie daran, Aspirin o. Ä. (auch ASS 100) mindestens 1 Woche vorher abzusetzen..

Nach der Operation

In der Regel gilt: hochlagern. Bis zum Abschluss der Wundheilung (5–10 Tage) Schonung. Das Gelenk mit trockenem Eisbeutel mehrmals für ca. 15 Min. kühlen. Sobald es Schmerz und Schwellung zulassen, ist die zunehmende Bewegung möglich. Eine Ruhigstellung ist in der Regel nicht erforderlich!

Medikamente

Schmerz- und entzündungshemmende Tabletten (Diclofenac bzw. Paracetamol) wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Richtdosierung: 3 -mal 1 Tablette pro Tag für 7–14 Tage

Antithrombose-Spritzen (z. B. Fragmin®) sollen zur Thromboseverhütung mindestens so lange verabreicht werden, wie Gehstützen zur Teilbelastung erforderlich sind. Sie werden jeweils 1-mal täglich wie gezeigt in die Bauchhaut injiziert.

Nachbehandlung

Entfernung der Fäden ist nach ca. 8–10 Tagen vorgesehen. Unmittelbar postoperativ wird mit der aktiven und passiven Mobilisation unter Teilbelastung begonnen. Nach 4 Wochen erfolgt der Übergang auf Vollbelastung unter intensiver physiotherapeutischer Übungstherapie. Eine Sportfähigkeit wird ab dem 4. Monat erreicht.

Knorpelschaden

Arthroskopische Darstellung eines Knorpelschadens
am OSG

Rekonstruktion der Sprungbeinrolle

1 Jahr nach Transplantation zeigt sich eine
anatomische Rekonstruktion des Defektes an
der Sprungbeinrolle.

Fuss: Arthrose des oberen Sprunggelenkes (OSG)

Allgemein

Bei einem vollständigen Knorpelverschleiss mit Ausbildung einer Arthrose kommt es zu einer zunehmenden Einsteifung und Verformung des oberen Sprunggelenkes. Es bilden sich Knochenvorsprünge (Osteophyten), die teilweise getastet werden können. Gleichzeitig treten Belastungs- und Bewegungs-, später auch Nacht- und Ruheschmerzen auf, die zu einer Reduzierung der Gehstrecke und letztlich Einschränkung der Lebensqualität führen.

Die Arthrose lässt sich im normalen Röntgenbild darstellen, wobei die Verschmälerung des Gelenkspaltes zwischen Schienbeinknochen und Sprungbein als  indirektes Zeichen des Knorpelverlustes zu erkennen ist. Die Gelenkoberflächen sind häufig zerstört und passen nicht mehr optimal aufeinander («auf der Felge laufen»).

Kommt eine gelenkerhaltende Therapie aus technischen oder altersbedingten Gründen nicht in Frage und sind die bisherigen konservativen und  operativen Massnahmen (Debridement, Knorpel-Knochen-Transplantation etc.) ausgereizt, erfolgt das Einsetzen einer sogenannten Sprunggelenk- Totalendoprothese. Der künstliche Ersatz des oberen Sprunggelenkes stellt bei symptomatischer OSG-Arthrose zunehmend eine Alternative zur Versteifung (Arthrodese) dar. Die seit den 90er-Jahren ständig verbesserten und meist zementfreien Implantate ermöglichen und erhalten bei deutlich verkürzter postoperativer Rehabilitationszeit Bewegungen im oberen Sprunggelenk und vermindern somit Überlastungen der Nachbargelenke. Oberstes Ziel der Operation ist es, die Schmerzfreiheit und eine verbesserte Beweglichkeit zu erreichen. Die in den letzten Jahrzehnten verbesserten Operationstechniken und Implantate machen diesen Eingriff in der Hand eines erfahrenen Fussspezialisten zu einer erfolgreichen Operation, wie unsere eigenen Erfahrungen über einen langen Zeitraum zeigen konnten. Die derzeit angewendeten Prothesen setzen sich aus drei Teilen zusammen:

 

  • der anatomisch geformten Sprungbeinkappe
  • dem tibialen Teil (Schienbeinteil), welcher mittels passgenauer Stäbe oder Schrauben eingepresst wird
  • einem halbmondförmigen Kunststoff-Gleitkern zwischen Talus und Tibia, welcher Bewegungen in mehreren Ebenen ermöglicht.

Nach der Operation

In der Regel gilt: hochlagern. Bis zum Abschluss der Wundheilung (5–10 Tage). Schonung. Das Gelenk mit trockenem Eisbeutel mehrmals für ca. 15 Min. kühlen. Sobald es Schmerz und Schwellung zulassen, ist die zunehmende Bewegung möglich. Eine Ruhigstellung ist in der Regel nicht erforderlich!

Medikamente

Schmerz- und entzündungshemmende Tabletten (Diclofenac bzw. Paracetamol) wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Richtdosierung 3-mal 1 Tablette pro Tag für 7–14 Tage.

Antithrombose-Spritzen (z. B. Fragmin®) sollen zur Thromboseverhütung mindestens so lange verabreicht werden, wie Gehstützen zur Teilbelastung erforderlich sind.

Nachbehandlung

Je nach Wundverhältnissen und genügender Abschwellung, meist am 2. oder 3. postoperativen Tag, wird eine spezielle Stabilisierungshilfe (Vacoped-Stiefel) angelegt, welche die Bewegung im Sprunggelenk beim Gehen unter zunehmender Belastung ermöglicht, seitliche Abweichungen jedoch verhindert. Aus dem Stiefel heraus wird mit der aktiven und passiven Mobilisation unter Teilbelastung begonnen. Ab der 5. postoperativen Woche erfolgt eine freie funktionelle Behandlung mit Gehtraining sowie Kräftigungs- und Dehnungsgymnastik der Wadenmuskulatur. Bereits wenige Wochen nach der Operation ist ein weitgehend schmerzfreies Gehen unter Vollbelastung möglich. Dies ermöglicht eine rasche Rückkehr in den Alltag.

Lediglich bei schweren, nicht korrigierbaren Fehlstellungen und gleichzeitiger Arthrose des oberen Sprunggelenkes stellt die Versteifung (Arthrodese) eine sinnvolle Option dar.

Modell einer künstlichen Sprunggelenkprothese
(S = Schienbeinteil, G = Gleitkern, T = Sprungbeinkappe)

Schema einer Sprunggelenkprothese am Knochen

Fuss: sprunggelenkinstabilität

Allgemein

Verletzungen des Aussen- und Innenbandapparates im Bereich des Rückfusses zählen zu den häufigsten Verletzungen überhaupt. Die konservativ-frühfunktionelle Behandlung mit stabilisierenden Schienen und Orthesen hat sich allgemein im Akutzustand als Standard durchgesetzt. Lediglich bei verbleibender Instabilität mit Schmerzen, Schwellungen und Instabilitätsgefühlen sowie nach wiederholten Umknicktraumen ist eine operative Stabilisation medizinisch indiziert, da sich ansonsten mittelfristig Sprunggelenkarthrosen entwickeln können. Für eine stabilisierende Operation sind hierbei Kenntnisse von genauer Lage und Verlauf der drei Aussenbänder unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Operation. Als Stabilisation kommen in Abhängigkeit der Verletzung folgende Verfahren zur Anwendung:

 

  • Bandnaht bei noch vorhandenen, aber narbig verändertem oder verlängertem Band
  • Periostlappen bei zerstörtem bzw. nicht mehr nachweisbaren Band
  • freie Sehnentransplantation und Bandrekonstruktion mit Plantaris- oder Extensorensehne bei Ersatz von 2 oder 3 Bändern

Nach der Operation

Unmittelbar nach der Operation wird eine abnehmbare Unterschenkel-Gipsschiene angepasst, der Fuss in der Folgezeit hochgelagert. Bis zum Abschluss der Wundheilung (10–14 Tage) Schonung. Die Entfernung der Fäden ist nach ca. 12–14 Tagen vorgesehen. Bei Vorliegen von reizlosen Wundverhältnissen und genügender Abschwellung, meist am

5. oder 6. postoperativen Tag, wird ambulant eine spezielle Stabilisierungshilfe (VACOped-Stiefel, Künzli-Schuh) angelegt, welche seitliche Abweichungen verhindert. Ab der 2. Woche wird aus dem Stiefel heraus mit der aktiven und passiven Mobilisation für die Dorsalextension/ Plantarflexion mit Teilbelastung unter physiotherapeutischer Anleitung begonnen. Ab der 5. postoperativen Woche erfolgt eine freie funktionelle Behandlung mit Gehtraining sowie Kräftigungs- und Dehnungsgymnastik der Wadenmuskulatur.

Medikamente

Schmerztabletten (Diclofenac bzw. Paracetamol) wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Richtdosierung 3-mal 1 Tablette pro Tag für 7–14 Tage

Antithrombose-Spritzen (z. B. Fragmin®) sollen zur Thromboseverhütung mindestens so lange verabreicht werden, wie Gehstützen zur Teilbelastung erforderlich sind.

Nachbehandlung

Bereits wenige Wochen nach der Operation ist ein weitgehend schmerzfreies Gehen unter Vollbelastung möglich. Dies ermöglicht eine rasche Rückkehr in den Alltag.

Grafik Sprunggelenkstabilisation

Schema der arthroskopischen Sprunggelenkstabilisation

Fuss: Vorfuss, Hallux Valgus, Hammerzehen

Vorfuss-Anatomie

Der Fuss ist in seiner Struktur sehr komplex. 26 Knochen bilden mit über 100 Bändern und 20 Muskeln eine stabile Einheit. Zahlreiche Nerven erfassen Druck und Bewegungsmuster und sorgen in Zusammenspiel mit gut trainierter Muskulatur als sensibles Organ für sicheren Stand und Fortbewegung. Störungen entstehen durch:

  • Verdickung und Verformung des Grosszehenballens (Hallux valgus)
  • Entzündung des Schleimbeutels am Grosszehenballen
  • Einsteifung des Grosszehengelenkes (Hallux rigidus)
  • Hammer- oder Krallenzehen
  • Spreizfussbeschwerden mit Hornhautschwielen

Enges Schuhwerk verschlimmert sicherlich bestehende Beschwerden, ist aber wahrscheinlich nicht deren Auslöser.

Hallux valgus

Ein Spreizfuss begünstigt durch Druckstellen in engem Schuhwerk lassen die Grosszehe nach aussen wandern. Entzündliche Schübe am Ballen kommen erschwerend hinzu. Im Anfangsstadium reicht eine Kapseleinkerbung mit Straffung innen und Lösung aussen aus (reine Weichteil-OP, z. B. Methode nach McBride). Eventuell wird ein Teil des vergrösserten Mittelfussköpfchens an der Innenseite abgetragen.

Bei erheblicher Grosszehenfehlstellung muss auch am Knochen korrigierend operiert werden: Hierzu gibt es eine Vielzahl von Verfahren. Die früher übliche und auch heute immer noch angewandte Methode, das Grundgelenk der Grosszehe einfach zu resezieren (OP nach Keller-Brandes), sollte heute nur noch in Ausnahmefällen angewandt werden, da es erprobte Möglichkeiten gibt, das Zehengrundgelenk zu erhalten. Beispiele hierzu sind die OP nach Chevron oder Kramer bei mittelschweren Fällen oder Scarf in schweren Fällen.

Nach der Operation

In der Regel gilt: hochlagern. Bis zum Abschluss der Wundheilung (10–14 Tage) Schonung. Den Vorfuss mit trockenem Eisbeutel mehrmals für ca. 15 Min. kühlen. Sobald es Schmerz und Schwellung zulassen, ist die zunehmende Bewegung möglich. Eine Ruhigstellung ist in der Regel nicht erforderlich! Die Nachbehandlung geschieht im Allgemeinen ohne Gips. Auftreten ist mit dem sogenannten Vorfussentlastungsschuh möglich.

Medikamente

Schmerz- und entzündungshemmende Tabletten (Diclofenac bzw. Paracetamol) wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Richtdosierung 3-mal 1 Tablette pro Tag für 7–14 Tage

Antithrombose-Spritzen (z. B. Fragmin®) sollen zur Thromboseverhütung mindestens so lange verabreicht werden, wie Gehstützen zur Teilbelastung erforderlich sind.

Nachbehandlung

Entfernung der Fäden ist nach ca. 12–14 Tagen vorgesehen. Unmittelbar postoperativ wird mit der aktiven und passiven Mobilisation unter Teilbelastung begonnen, im Vorfussentlastungsschuh Übergang auf Vollbelastung nach 2 Wochen. Nach 4–5 Wochen und radiologischer Stellungskontrolle erfolgt der Übergang auf Vollbelastung unter physiotherapeutischer Übungstherapie. Schwellungen können bis zu 4 Monate nach der Operation auftreten und bedürfen der sogenannten Lymphdrainage, einer Art abschwellender Massage.

Hammer- und Krallenzehen

Hammerzehe
Durch ungleichen Muskelzug kommt es zu einer Verkrümmung einer oder mehrerer Kleinzehen. Druckstellen entstehen am hochstehenden Mittelgelenk sowie an der Zehenspitze und unter dem Mittelfussköpfchen. Im Anfangsstadium bei noch ausgleichbarer Fehlstellung reicht oft die Sehnenverlängerung sowie Kapseleinkerbung aus.

Bei kontrakter Fehlstellung wird ein Teil des Mittelgelenkes entfernt, sodass sich ein Ersatzgelenk bildet.

Modernere OP-Verfahren erhalten das Kleinzehengrundgelenk (OP nach Weil oder Helal). Die Nachbehandlung orientiertsich am Hallux valgus (s. o.).

Grosszehenprobleme

1) Grosszehenprobleme: Der Hallux valgus betrifft die grosse Zehe

Spreizfuss/Hallux-Valgus

2) Radiologisch schwerer Spreizfuss
mit Hallux valgus

Spreizfuss / Hallus Valgus Korrektur

3) Radiologisch vollständige Korrektur
nach Scarf- und Akin-Osteotomie

Schema korrektur Spreizfuss

4) Schema einer Korrektur eines schweren
Ballens, hier eine Scarf-Operation

Knochenabschnitt Fuss

Hammerzehe: chirurgische Reparatur