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Fuss

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Sprunggelenksinstabilität

Verletzungen des Aussen- und Innenbandapparates im Bereich des Rückfusses zählen zu den häufigsten Verletzungen überhaupt. Die konservativ-frühfunktionelle Behandlung mit stabilisierenden Schienen und Orthesen hat sich allgemein im Akutzustand als Standard durchgesetzt.

Lediglich bei verbleibender Instabilität mit Schmerzen, Schwellungen und Instabilitätsgefühlen sowie nach wiederholten Umknicktraumen ist eine operative Stabilisation medizinisch indiziert, da sich ansonsten mittelfistig Sprunggelenksarthrosen entwickeln können. Für eine stabilisierende Operation sind hierbei Kenntnisse von genauer Lage und Verlauf der drei Außenbänder unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Operation.

Knochenmodell
Aussen-Bandverlauf am Knochenmodell LFTA: vorderes Aussenband, LFTP: hinteres Aussenband, LFC: Band zwischen Aussenknöchel und Fersenbein, A: Aussenknöchel

Aussenbandriss

typische Aussenbandriss des LFTA und LFC; 1: Aussenknöchel; 2/3: gerissenes vorderes Aussenband; 4: gerissenes LFC, 5: Peronealsehnen

Als Stabilisation kommen in Abhängigkeit der Verletzung folgende Verfahren zur Anwendung:

  • Bandnaht bei noch vorhandenen, aber narbig verändertem oder verlängertem Band.
  • Periostlappen bei zerstörtem bzw. nicht mehr nachweisbaren Band
  • Freie Sehnentransplantation und Bandrekonstruktion mit Plantaris- oder Extensorensehne bei Ersatz von 2 oder 3 Bändern.
Bandrekonstruktion   Periostlappenplastik
Bandrekonstruktion mit
resorbierbaren Ankern
  Periostlappenplastik bei nicht
mehr nachweisbaren Band

Nach der Operation

Unmittelbar nach der Operation wird eine abnehmbare Unterschenkel-Gipsschiene angepasst, der Fuss in der Folgezeit hochgelagert. Bis zum Abschluss der Wundheilung (10-14 Tage) Schonung. Die Entfernung der Fäden ist nach ca. 12-14 Tagen vorgesehen. Bei Vorliegen von reizlosen Wundverhältnissen und genügender Abschwellung, meist am 5. oder 6. postoperativen Tag, wird ambulant eine spezielle Stabilisierungshilfe (Vacoped-Stiefel, Künzli-Schuh) angelegt, welche seitliche Abweichungen verhindert. Ab der 2. Woche wird aus dem Stiefel heraus wird mit der aktiven und passiven Mobilisation für die Dorsalextension/Plantarflexion mit Teilbelastung unter physiotherapeutischer Anleitung begonnen. Ab der 5. postoperativen Woche erfolgt eine freie funktionelle Behandlung mit Gehtraining sowie Kräftigungs- und Dehnungsgymnastik der Wadenmuskulatur.

Medikamente

Schmerz- und entzündungshemmende Tabletten (Diclofenac bzw. Paracetamol) wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Richtdosierung 3x1 Tbl. pro Tag für 7-14 Tage

Antithrombose-Spritzen (z. B. Fragmin) sollen zur Thromboseverhütung mindestens so lange verabreicht werden, wie Gehstützen zur Teilbelastung erforderlich sind.

Nachbehandlung

Bereits wenige Wochen nach der Operation ist ein weitgehend schmerzfreies Gehen unter Vollbelastung möglich. Dies ermöglicht eine rasche Rückkehr in den Alltag.