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Schmerztherapie

Chronischer Schmerz: Ursachen

Zwischen akuten Schmerzen wie sie zum Beispiel durch eine Verletzung oder eine Operation auftreten können und chronischen Schmerzen, die oft über Jahre anhalten, bestehen erhebliche Unterschiede nicht nur im Auslösemechanismus, sondern auch in der Therapie.

Akute Schmerzen stellen ein biologisch sinnvolles Warnsignal dar, welches verschwindet, sobald die auslösende Ursache beseitigt ist (zum Beispiel der faule Zahn gezogen wurde).

Besteht ein Schmerzreiz längere Zeit, entsteht im zentralen Nervensystem bald eine Art von Schmerzgedächtnis, welches sehr lange anhalten kann. Die Reaktionen des Körpers auf Schmerzreize wie zum Beispiel verstärkte Muskelspannung, können im Laufe der Zeit ebenfalls zu einer Schmerzquelle werden und tragen zur Chronifizierung der Beschwerden bei. Es kann sich allmählich ein eigenständiges Krankheitsbild mit Begleitsymptomen wie Schlaflosigkeit, Appetitmangel, Antriebslosigkeit und trauriger Verstimmtheit entwickeln. All diese Faktoren führen nicht selten zu sozialer Isolation.

Chronischer Schmerz: Therapieformen

Die Erkenntnis, dass es sich bei chronischen Schmerzen in der Regel um ein multifaktorielles Geschehen handelt, erklärt warum ein Therapieerfolg mit einzelnen Massnahmen nur selten zu erzielen ist. In der modernen Schmerztherapie ist seit langem bekannt, dass es sinnvoll ist, ein individuelles Therapiekonzept aufzustellen, welches aus verschiedenen Bausteinen besteht.

Mögliche Therapiekomponenten können unter anderem sein:

  • Akupunktur
  • Manualtherapie
  • Medikamentöse Behandlung
  • Neuraltherapie/Sympathikusblockaden
  • Rückenmarksnahe Opioidapplikation
  • Physiotherapie und Krankengymnastik
  • Schmerzbewältigungsstrategien
  • Entspannungstechniken
  • Gegenirritationsverfahren (TENS)
  • Stosswellenbehandlung

Eine Zusammenarbeit von Kollegen verschiedener Fachdisziplinen ist sinnvoll, um ein optimales Therapiekonzept zu erstellen und damit auch einen entsprechenden Therapieerfolg zu erzielen. Die Auswirkungen verschiedener therapeutischer Massnahmen sollten durch den Patienten in einem Schmerztagebuch dokumentiert werden. In diesen Tagebüchern können auch tageszeitliche Schwankungen der Schmerzintensität, Abhängigkeit der Beschwerden von unterschiedlichen äusseren Umständen und körperlichen Aktivitäten genau dokumentiert werden. Auf diese Weise kann Anpassung und mögliche Korrektur eingeleiteter Therapiemassnahmen erfolgen.

Chronischer Schmerz: Erkrankungsbilder

Typische Indikationen für eine spezielle Schmerztherapie können u.a. folgende Erkrankungsbilder darstellen:

  • Kopfschmerzen (Spannungskopfschmerz, Migräne, Kombinationskopfschmerz,
    medikamenteninduzierter Kopfschmerz, Clusterkopfschmerz u.a.)
  • Trigeminusneuralgie
  • Atypischer Gesichtsschmerz
  • Phantomschmerzen (z. B. nach Extremitätenamputation, Brustoperationen)
  • Postthorakotomiesyndrom (nach Lungen- und Herzoperationen)
  • Schmerzen nach Gürtelrose (Postzosterneuralgie)
  • Tumorbedingte Schmerzen
  • Chronische Rückenschmerzen unterschiedlicher Ursache
  • Polyneuropathien (z. B. bei Diabetes) und Nervenschmerzen anderer Ursache
  • Schmerzen bei Durchblutungsstörungen
  • Schmerzen bei chronischen Erkrankungen des Bewegungsapparates (Arthrose,
    rheumatoide Arthritis)
  • M. Sudeck (sympathische Reflexdystrophie, komplex regionales Schmerzsyndrom)

Die Zusammenarbeit von Fachärzten verschiedener Richtungen (Anästhesie Schmerztherapie, Orthopädie und Sportmedizin, Chirurgie Gefässchirurgie, Innere Medizin und Psychotherapie) sowie geschulten Physiotherapeuten ermöglicht fachlichen Austausch und gewährleistet effektive Therapiekonzepte zur Behandlung akuter und chronischer Schmerzen.