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Schulter

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Rotatorenmanschettenruptur

Unter einer Rotatorenmanschettenruptur versteht man einen Einriss des Sehnenspiegels an der Schulter. Bei den Rissbildungen der Rotatorenmanschette (Supra- und Infraspinatussehne, Subscapularissehne) zeigt vor allem die Supraspinatussehne frühzeitige Degenerationserscheinungen mit Rissbildungen (Ruptur), kann aber auch unfallbedingt einreissen. Die Häufigkeit an Rotatoren-manschetteneinrissen steigt mit zunehmenden Lebensalter an. Aufgrund der Ruptur ist die Biomechanik des Schultergelenkes gestört und es resultiert eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung mit Kraftverlust.

Sehnen-RupturMRI-Bild einer vollständigen Supraspinatus-
Sehnen-Ruptur
(A: Acromion, D: Musculus deltoideus,
SSP: retrahierte Supraspinatus-Sehne)

Operative Therapie der Rotatorenmanschettenruptur

Rotatorenmanschettenrupturen werden zunehmend auch bei älteren Menschen wieder operativ verschlossen, um

  • eine fortschreitende Gelenkzerstörung (Defektarthropathie)
  • Kraftlosigkeit
  • einen Verlust der Armhebung (Kämmen, Rasieren , Essen erschwert oder unmöglich) und
  • unerträgliche Bewegungs-, Belastungs- und Nachtschmerzen

zu verringern oder zu beseitigen.

Der operative Aufwand ist erheblich und bisher nur in einem Teil der Fälle arthroskopisch möglich.

Bei einer arthroskopischen Rekonstruktion wird meist über einen kleinen Hautschnitt nach der bereits durchgeführten subacromialen Dekompression (s.o.) die abgerissene Sehne wieder am Oberarmkopf refixiert. Ist der Defekt jedoch ausgeprägt, ist es sinnvoll und sicherer über einen kleinen Schnitt am Rande des Schulterdaches die Rotatorenmanschette zu fassen und mittels Fadenankern am Oberarmkopf zu rekonstruieren. Dies lässt sich zumeist im Rahmen eines sogenannten Mini-open-repair-Verfahrens, einem initialen Hautschnitt über 4 cm verwirklichen.

Oberarmkopf
Arthroskopisches Setzen eines Fadenankers in den Oberarmkopf, welcher dann für die Naht der gerissenen Sehne verwendet wird.

 

Fadenanker   Rotatorenmanschette
Nach offenem Mini-Open-Zugang Setzen von Fadenankern in den Oberarmkopf bei einer kompletten Supraspinatussehnenruptur.   Nach Rekonstruktion der Rotatorenmanschette zeigt sich ein vollständiger Verschluss des Risses.

 

Bei Ausbildung von nicht reparablen Rotatorenmanschttenmassenrupturen kommt es zum Hochsteigen (Kranialisation) des Oberarmkopfes unter das Schulterdach mit daraus folgender erheblicher und schmerzhafter Bewegungsstörung. Für diese eher seltenen Risse bieten sich entweder Muskeltranspositionsverfahren wie der Delta-Flap und der Latissimus dorsi-Transfer oder die Implantation von speziellen Schulterprothesen (inverse Prothese) an, die neben einer deutlichen Verbesserung des Bewegungsumfangs auch eine Schmerzreduktion zur Folge haben.

Schulterprothese Schulterprothesen Schulterprothesen

Konzept und Modell einer inversen Schulterprothese bei irreparabler Rotatorenmanschettenmassenruptur (mit freundlicher Genehmigung De Puy).

Nachbehandlung nach Naht einer Rotatorenmanschettenruptur

Da die Sehne wieder einheilen muss, bedarf es einer mehrwöchigen Ruhigstellung auf einem Abspreizkissen. Zu beachten ist, dass das Sehnengewebe bei den meist älteren Patienten eher dünn und zerbrechlich ist und bei einer aktiven Muskelanspannung der Sehnenrand aus den frisch gelegten Fäden wieder ausreisen kann. Daher sollte für einen Zeitraum von 4-6 Wochen passive Bewegungsübungen durchgeführt werden, bevor mit einem aktiven Bewegungsprogramm unter physiotherapeutischer Anleitung begonnen werden kann. Da darüber hinaus Bewegungseinschränkungen durch Verwachsungen drohen, empfehlen wir in einigen Fällen auch die Anwendung eines Schulter-Motorstuhls.