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Das elastische Meniskusgewebe liegt zur Vergrösserung der Auflagefläche und Kraftübertragung zwischen den Gleitflächen von Ober- und Unterschenkel. Heute wissen wir recht genau über die Bedeutung dieses "Puffers" Bescheid. Der Meniskus hat viele Aufgaben. Er führt zu einer Stressverteilung von 30-70% der Gesamtlast, nach Meniskusentfernung steigt die Belastung um das 2,5- bis 6-fache! Der Meniskus ist verantwortlich für Schockabsorbtion, Gelenkschmierung und trägt auch wesentlich zur Stabilität bei. Fairbank beschrieb 1948 die radiologischen Veränderungen nach offener, also einer durch einen Hautschnitt durchgeführten Meniskusentfernung und konnte nachweisen, dass der zunehmende Gelenkverschleiss proportional zur Menge des entfernten Meniskus war. Heutzutage ist es durch die modernen arthroskopischen Techniken möglich, in den meisten Fällen einen Grossteil des Meniskus zu erhalten und so die funktionellen Langzeitergebnisse wesentlich zu verbessern. Meniskusrisse können traumatisch oder degenerativ bedingt sein. Sie sind 3x häufiger auf der Innenseite des Knies im Vergleich zur Aussenseite.

Meniskusriss   Rasping des Meniskus
Typischer
Meniskusriss
  Rasping des Meniskus zur
Nahtvorbereitung


 

Auf Grund der bekannten Langzeitfolgen nach Meniskusentfernung versuchen wir mit allen Mitteln soviel Meniskus zu erhalten wie möglich. Ein Meniskusriss kann Lappen oder Korbhenkel verursachen, die wieder angenäht werden können. Es sind gute Heilungsraten des Meniskus bei Naht in der "Red Zone", also der basisnahen gut durchbluteten Region, beschrieben. Ob eine Naht des gerissenen Meniskus in Frage kommt, muss bei der jeweiligen Operation vom erfahrenen Operateur entschieden werden.

Im Zentrum für Orthopädische Chirurgie Pfäffikon werden modernste Nahttechniken eingesetzt, welche nicht nur ein komplikationsloses Vorgehen, sondern auch eine gute Heilungschance versprechen. Durch sogenannte "All-Inside"-Techniken können im Vergleich zu den früher angewendeten "Inside-Out"- oder "Outside-In"-Techniken Nerven- und Gefässverletzungen vermieden werden.

Meniskusschaden   Meniskusverletzungen
Naht des Meniskus mit
resorbierbaren Ankern
  Resorbierbare Ankerstifte zur Meniskusrefixation
(Firma Bionx)


 

Meniskusersatz mit Collagen Meniskus Implantat (CMI)

Obwohl der Patient nach einer Meniskektomie gewöhnlich bald die normale Kniefunktion wieder erlangt, wurde in Studien nachgewiesen, dass es bei Entfernen von Meniskusgewebe zu einer Abnahme der Kontaktfläche und dadurch zu einer Zunahme des Kontaktdruckes kommt, was schliesslich zu einer degenerativen Arthrose im Kniegelenk führen kann.

Das Collagen Meniskus Implantat -CMI- ist eine Behandlungsalternative zur partiellen Meniskektomie des medialen Meniskus. Das CMI ist ein resorbierbares Kollagengerüst, das fortschreitende degenerative Veränderungen im Kniegelenk verhindern oder verzögern soll. Es bietet eine biologische Alternative zum Verlust von Meniskusgewebe nach partieller Meniskusentfernung. Das Implantat hat eine dem menschlichen Meniskus ähnliche Form und Grösse. Es lässt sich intraoperativ leicht zuschneiden, um in den vorbereiteten Defekt zu passen Nach dem Annähen wirkt das CMI nun als Leitschiene für das Einwandern von körpereigenen Zellen. Im Lauf der Zeit, mit zunehmender Regeneration des Gewebes, wird das CMI vom Körper resorbiert und hinterlässt statt dessen neues meniskusartiges Gewebe. Dieses neue Gewebe besitzt die Fähigkeit, die Funktion wieder herzustellen. Schmerz wird vermindert und der degenerative Prozess, der mit dem Verlust von Meniskusgewebe beginnt, wird möglicherweise unterbrochen.

Meniskus ImplantatCMI Collagen Meniskus Implantat
(Firma Zimmer)

Falls der ganze Meniskus entfernt worden ist, kommt gelegentlich auch ein Spendermeniskus zur Anwendung.

Nach einer Meniskusersatzoperation ist eine Entlastung mit Gehstützen für 2-3 Monate erforderlich um das Einheilen des Implantats zu ermöglichen. Die Kostenübernahme durch die jeweiligen Kassen muss im Einzelfall geklärt werden.

Unsere Folgerung im Moment ist:

Der Meniskus ist wichtig für Stressverteilung und trägt als Schockabsorber zur Gelenkschmierung und zur Stabilität des Kniegelenks bei. Der Meniskus hat die Kapazität zu heilen. Wenn möglich, soll der Meniskus erhalten werden. Die Meniskusnaht ist im Moment noch das mehr praktikable Vorgehen, Meniskusersatzoperationen werden jedoch häufiger. Meniskusschäden sollten heute grundsätzlich zum frühest möglichen Zeitpunkt operativ behandelt werden, um die Folgeschäden einer Arthrose zu vermeiden.

Arthroskopische Operation

Zweck der Operation ist es, möglichst viel gesundes Meniskusgewebe zu erhalten und das erkrankte Gewebe zu entfernen. Dies gelingt mit mikrochirurgischen Instrumenten gelegentlich auch besonders schonend unter zusätzlichen Einsatz eines elektrischen Hochfrequenzkauters. Durch die Teilentfernung des Meniskus verringert sich zwar die Auflagefläche geringfügig, dies wirkt sich jedoch im Regelfall je nach Grösse des entfernten Anteils nicht nachteilig auf die Gelenkfunktion aus. Wenn es möglich und sinnvoll erscheint, wird der Meniskus durch eine ebenfalls arthroskopisch durchgeführte Meniskusnaht erhalten oder es kann bei schon entferntem Meniskus ein Meniskusersatz (siehe oben: CMI) durchgeführt werden. Um das Zusammenwachsen der zerrissenen Meniskusanteile zu erleichtern und das Einwachsen von Blutgefässen zu ermöglichen werden die Rissstellen, bevor sie zusammengenäht werden, mit mikrochirurgischen Instrumenten durch Auffrischung (Needling und Rasping) vorbereitet. Im Falle eines nur kleinen Risses und einer gleichzeitigen Kreuzbandruptur ist dies oft ausreichend und man kann gelegentlich auf eine Naht verzichten.

Wir führen die meisten Meniskuseingriffe in einer Voll- oder Teilnarkose durch. Das jeweilige für Sie günstigste Verfahren wird mit dem Narkosearzt im Detail besprochen und abgestimmt. Bei einer Teilnarkose können Sie die Operation am Bildschirm mitverfolgen, die einzelnen Operationsschritte werden Ihnen dabei erklärt. Es besteht auch die Möglichkeit, die Operation auf eine von Ihnen mitgebrachte leere VHS-Videocassette aufzunehmen.

Nach dem Austritt

Das operierte Bein sollten Sie nicht voll belasten; am besten hochlagern und in den ersten Tagen mit einem trockenen Eisbeutel mehrmals für ca. 10-15 Min. kühlen.

Tabletteneinnahme

Zu Hause nehmen Sie gemäss ärztlicher Verordnung ein:

  • Diclofenac (z. B. Voltaren Dispers) oder Paracetamol wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend. Richtdosierung: 3 x 1 Tablette.
  • Antithrombose-Spritzen z. B. Fragmin® 5 bis 14 Tage lang, so wie es Ihnen erklärt wurde, eine Injektion täglich in die Bauchhaut spritzen.

Nachbehandlung

Stehen Sie nach 2-3 Stunden Ruhe wieder auf und gehen Sie einige Schritte. Durch die Aktivierung der Unterschenkelmuskulatur können Sie selbst am besten eine Thrombose verhüten helfen.

Die Fäden werden meist nach 14 Tagen entfernt. Eine Vollbelastung nach einer Meniskusteilentfernung ist in der Regel nach 5 Tage an Gehstützen möglich.

Nach einer Meniskusnaht soll das Knie in der Regel in den ersten 6 Wochen unter Belastung nicht über 90 Grad gebeugt werden (nicht in die Hocke gehen!). Ansonsten darf das Knie nach 10-14 Tagen in voller Streckung belastet werden.

Nach einer Meniskusersatzoperation ist eine Entlastung mit Gehstützen für 2-3 Monate erforderlich um das Einheilen des Implantats zu ermöglichen.