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Knorpel-Knochentransplantation am Sprunggelenk bei Knorpeldefekten

Bei größeren osteochondralen Läsionen des Sprunggelenks, welche in erster Linie postero-medial gelegen sind, führen die Methoden des Microfracture und der Abrasion in der Mehrheit zu mäßigen und schlechten Resultaten (7). Obwohl noch keine längerfristigen Funktionsresultate über autologe Knorpel-Knochen-Transplantationen im Bereich des oberen Sprunggelenkes vorliegen, sind die kurz- und mittelfristigen Ergebnisse aller bisher veröffentlichen Studien exzellent (8,9,22). Sie bieten die Möglichkeit hyalinen Gelenkknorpel direkt an die Stelle der Läsion zu bringen und ossäre Defekte aufzubauen. Durch Modifikation der zunächst von Hangody beschriebenen Technik, Verbesserung des Pressfit-Verhaltens sowie Verwendung größerer Zylinder zur Rekonstruktion der Talusschultern lassen sich Defekte meist vollständig anatomisch wiederherstellen. Unsere eigenen international anerkannten Studien konnten die Überlegenheit des Verfahrens mit einer weitgehenden Beschwerde- und Funktionsfreiheit und guten bis exzellenten Resultaten in 93% bestens dokumentieren.

Kleine Knorpel-Knochenzylinder werden aus unbelasteten Zonen des Kniegelenkes gewonnen und in passend vorbereitete Aufnahmelöcher in der Defektzone des oberen Sprunggelenks eingestösselt. Die Methode ist jedoch technisch schwierig, besonders bei arthroskopischer Durchführung, und erfordert hohes operatives Geschick und Erfahrung.

Knorpelschaden
Arthroskopische Darstellung eines
Knorpelschadens am OSG

Sprunggelenk

Defekter Knorpelzylinder aus dem
oberen Sprunggelenk, daneben neuer
Knorpelzylinder aus dem Kniegelenk

Sprungbeinrolle
1 Jahr nach Transplantation zeigt sich eine
anatomische Rekonstruktion des Defektes
an der Sprungbeinrolle.

Vor der Operation

Überlasten Sie Ihr Gelenk nicht unnötig, denn sonst ist auch die Genesungsphase nach der OP mühsamer.
Verabreden Sie mit Ihrem Physiotherapeuten oder Masseur Behandlungstermine, beginnend 4-5 Tage nach der Operation. Bei geplanter Narkose mindestens 6 Stunden zuvor nüchtern bleiben. Denken Sie daran, Aspirin o.ä. (auch ASS 100) mindestens 1 Woche vorher abzusetzen.

Nach der Operation

In der Regel gilt:
Hochlagern. Bis zum Abschluss der Wundheilung (5-10 Tage) Schonung. Das Gelenk mit trockenem Eisbeutel mehrmals für ca. 15 Min. kühlen. Sobald es Schmerz und Schwellung zulassen, ist die zunehmende Bewegung möglich. Eine Ruhigstellung ist in der Regel nicht erforderlich!

Medikamente

Schmerz- und entzündungshemmende Tabletten (Diclofenac bzw. Paracetamol) wirken schmerzlindernd und entzündungshemmend.

Richtdosierung 3x1 Tbl. pro Tag fü 7 - 14 Tage

Antithrombose-Spritzen (z. B. Fragmin) sollen zur Thromboseverhütung mindestens so lange verabreicht werden, wie Gehstützen zur Teilbelastung erforderlich sind. Sie werden jeweils 1x täglich wie gezeigt in die Bauchhaut injeziert.

Nachbehandlung

Entfernung der Fäden ist nach ca. 8-10 Tagen vorgesehen. Unmittelbar postoperativ wird mit der aktiven und passiven Mobilisation unter Teilbelastung begonnen. Nach 4 Wochen erfolgt der Übergang auf Vollbelastung unter intensiver physiotherapeutischer Übungstherapie. Eine Sportfähigkeit wird ab dem 4. Monat erreicht.