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Schulter

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Tendinitis calcarea - Kalkschulter

Unter der Tendinitis calcarea versteht man eine Einlagerung von Kalkkristallen im Sehnengewebe, wobei die Entstehung der Sehnenverkalkung nicht endgültig geklärt ist. Die Symptomatik reicht von völliger Beschwerdefreiheit bis zu hochakuten Schmerzzuständen mit schmerzbedingt aufgehobener Schulterbeweglichkeit, wodurch es zu einer Schulterteilsteife kommen kann. Auf Röntgenaufnahmen ist häufig ein Kalkherd sichtbar.

KalkschulterGrosser Kalkherd im Bereich
der linken Schulter

Ziele der Therapie sind die Schmerzbefreiung durch Auflösung des Kalkherdes oder Verminderung der begleitenden Entzündungsreaktionen, die Erhaltung der Schulterbeweglichkeit und die Verhütung einer schonungsbedingten Muskelatrophie.

  1. Konservative Therapie
    1. Elektrotherapie: Bewährt haben sich diadynamische Ströme, die einen guten schmerzlindernden Effekt haben.
    2. Ultraschall: diese durch hochfrequente Mikrovibrationsmassage bedingte Mechanotherapie wird gelegentlich als schmerzvermindernd empfunden. Gesicherte Klinische Studien liegen bisher nicht vor.
    3. Subacromiale Infiltration: Die Infiltration mit einem Lokalanästhetikum führt zusammen mit einem Kortisonpräparat zu einer zeitlich begrenzten Schmerzfreiheit, bewirkt aber keine Auflösung des Kalkdepots.
    4. Extrakorporale Stoßwellentherapie (EST): Diese Art der Therapie hat im letzten Jahrzehnt in einigen prospektiven Studien ihre Effektivität gezeigt. Die Erfolgsquote dieser allerdings kostenintensiven Therapie liegt bei etwa 65%, damit aber deutlich unter denen operativer Studien.
    5. Needling: Darunter versteht man die Punktion und Ausspülung des weichen, pastenartigen Kalkherdes.
  2. Operative Therapie
    Versagt die konservative Therapie, sollte der Kalkherd operativ vollständig entfernt werden. Mögliche operative Therapien sind:
    1. arthroskopisch-endoskopische Entfernung: Liegt der Kalkherd gut sichtbar bursaseitig kann eine endoskopische Entfernung gelingen.
    2. Tiefer gelegene Depots sind hingegen endoskopisch häufig nicht sichtbar, so dass eine offene Ausräumung über einen "Mini-open Zugang" notwendig werden kann.

Nachbehandlung

In der Regel wird der Arm während der ersten postoperativen Tage in einem Gilchrist-Verband ruhiggestellt, gleichzeitig beginnen frühzeitig physiotherapeutische Übungsbehandlungen um Einsteifungen zu verhindern. Da der Entzündungszustand in den Weichteilen zunächst fortbesteht, können die Schmerzen noch einige Wochen anhalten, so dass physikalische Maßnahmen notwendig sein können.