home
print·home·mail

Hand

zurück zur Übersicht

Carpal-Tunnel-Syndrom (CTS)

Das Carpal-Tunnel-Syndrom, abgekürzt CTS, ist eine Einengung des Nervus medianus im Bereich der Handwurzel an der Unterseite des Handgelenkes. An dieser Stelle verläuft der Nervus medianus zusammen mit 9 Sehnen durch den sogenanten Carpal Tunnel, welcher durch die Handwurzelknochen und das ca. 2 cm breite Retinaculum flexorum, einem kräftigen Band gebildet wird. Durch Entzündung und Schwellung der Beugesehnen im Carpaltunnel, Frakturen im Handbereich, und Sehnengewebsschwellungen z.B. bei rheumatoider Arthritis kommt es zu einer Volumenvermehrung der Strukturen im Tunnel, wodurch die empfindlichste Struktur der Nerv geschädigt wird. Die typischen Symptome einer solchen Nerveneingung sind Taubheitsgefühle, Kribbeln und Einschlafen der Zeig-, Mittel- und Ringfinger, z. T. begleitet durch brennende Schmerzen. Diese Symptome sind vor allem nachts oder bei länger bleibender gleicher Stellung der Hand (Autofahren) besonders ausgeprägt.
Nerven sind heikle Strukturen. Bei lange bestehender Einklemmung kommt es zu zunehmenden Funktionsstörungen, die sich unter Umständen nicht mehr erholen.

Carpal-Tunnel-Syndrom   Carpaltunnel
Anatomische Strukturen der Hand   Nach Spaltung des sog. Retinaculums
(Carpaltunnel) weist der Nervus medianus keine Einengung mehr auf.

 

Therapie des Carpal-Tunnel-Syndroms

Bei kurz bestehenden Symptomen oder einer milden Ausprägung der Einklemmung kann eine nicht-operative Therapie versucht werden. Am besten hilft eine Handgelenksschiene, die nachts unter gleichzeitiger Einnahme von abschwellenden Medikamenten getragen wird. Bei stärkeren Formen des CTS kann nur noch die operative Therapie empfohlen werden.

Bei der operativen Behandlung des CTS wird der Nerv aus seiner Einklemmung befreit, indem das Band durchtrennt wird, welches das dach des Tunnel bildet. Dies geschieht in der Regel in Regionalanästhesie, das heisst, dass für die Operation nur der Arm betäubt wird.

Nervus medianus
Intraoperativer Situs des
Nervus medianus

Nach der Operation wird eine Handgelenksschiene für die Dauer von 2 Wochen angepasst, aus der die Hand mehrmals pro Tag bewegt wird. Nach 12-14 Tagen erfolgt die Fadenentfernung. Bis die Hand wieder vollbelastbar ist, können 6-8 Wochen vergehen. In dieser Zeit kann die Narbe noch eine gewisse Schmerzhaftigkeit aufweisen. Die Erfolgsrate nach CTS-Operationen liegt bei über 90% und ein Wiederauftreten der Symptome ist äusserst selten.