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Schulter

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Impingmentsyndrome

Impingmentsyndrome der Schulter (Einklemmungsschmerz) werden durch die anatomische Enge zwischen Oberarmkopf, Rotatorensehnenmanschette und Schulterdach (Acromion, Schultereckgelenk, Rabenschnabelfortsatz). Beschwerden werden hierbei hervorgerufen durch:

  1. Die Arthrose des Schultereckgelenkes oder ein Knochensporn am Unterrand des Schulterdaches, wodurch der Raum zwischen Oberarmkopf und Schulterdach weiter einengt wird.
  2. Rissbildungen der Rotatorenmanschette (Supra- und Infraspinatussehne, Subscapularissehne). Hierbei zeigt vor allem die Supraspinatussehne frühzeitige Degenerationserscheinungen mit Rissbildungen (Ruptur), kann aber auch unfallbedingt einreissen. Aufgrund der Ruptur ist die Biomechanik des Schultergelenkes gestört und es resultiert eine schmerzhafte Bewegungseinschränkung mit Kraftverlust (siehe unter Rotatorenmanschette)
  3. Verkalkungen der Rotatorensehnenmanschette (Tendinitis calacarea), vor allem im Bereich der Supraspinatussehne (siehe unter Kalkschulter)
  4. Entzündungen der Schleimbeutel, welche vor allem als Begleiterscheinung auftreten.
  5. Schultersteife (frozen shoulder), welche spontan oder nach Verletzungen auftreten kann.

Operative Therapie der Impingmentsyndrome

Subacromiale Dekompression (SAD)

Weltweit hat sich die Akromioplastik nach Neer durchgesetzt. Hierbei werden Osteophyten am Unterrand des Schulterdaches wie auch eine Arthose im Schultereckgelenk elegant mit Minifräsen endoskopisch abgeschliffen und der entzündete Schleimbeutel entfernt. Danach hat die darunter gleitende Supraspinatussehne wieder ausreichend Platz und entzündliche Reizungen können langsam abheilen. Bei der fortgeschrittenen Arthrose des Schultereckgelenkes wird zudem die Entfernung des äußeren Endes des Schlüsselbeines durchgeführt, ohne dass ein Funktionsverlust erwartet werden muss.

Arthroskopische subacromiale DekompressionArthroskopische subacromiale Dekompression (SAD) nach Neer. Entfernung von Osteophyten am Unterrand des Schulterdaches.

Nachbehandlung

Bei alleiniger Säuberung und Erweiterung unter dem Schulterdach ist die postoperative Lagerung unkritisch. Nur wenige Tage Ruhigstellung in einer Armschlinge reichen aus, da keine Gewebsstrukturen aneinander festheilen müssen. Dann kann ein leichtes Bewegungstraining mit Pendeln im schmerzarmen Bereich und ab der 2. Woche dann zunehmend mit einer physiotherapeutischen Mobilisation begonnen werden. Bei länger vorbestehender Schultersteife sollte ein Thoraxabduktionskissen für circa 2 Wochen getragen werden. Hierbei dürfen Sie das Kissen zum Waschen und für die Bewegungsübungen abziehen.